Ehrenamtliche aus dem AWO-Mehrgenerationenhaus Altötting und den Ortsvereinen des AWO-Kreisverbandes Altötting schildern in einer Interviewreihe ihren Weg zum Ehrenamt und ihre teils in Jahrzehnten gesammelten Erfahrungen. Einige haben Tipps für künftige Ehrenamtliche. Die Interviews führte Robert Attenhauser entweder persönlich im Mehrgenerationenhaus oder telefonisch im November und Dezember 2026.

Beschäftigung und Abwechslung - Die 70-jährige Irmi Harlander organisiert regelmäßig einen Handarbeitstreff, unterrichtet Deutsch für Fremdsprachler und hilft mit Tombolas bei der Finanzierung verschiedener Angebote.

AWO IVW Fotos 2025 1Irmi Harlander (Foto: Attenhauser)Wann war der erste Ehrenamtskontakt?

Ich glaub, angefangen hab ich `72 (lacht). Das waren zu Weihnachten Schals und andere Sachen stricken. Damals hab ich als Schwesternhelferin im Internat in Innsbruck gearbeitet und die haben mich gefragt, ob ich mitmachen will. So hab ich angefangen und eigentlich nie mehr aufgehört. Das Stricken mach ich noch heute, dazwischen war Sport, als Zeitnehmerin, Stadionsprecherin – alle ehrenamtlich.

Was hatte Dich damals bewogen, die Schals zu stricken?

Ich war froh, dass es mir selber immer gut gegangen ist, dass ich nicht im Heim hab aufwachsen müssen. Da sollten die im Heim auch etwas Gutes haben. Später war ich dann immer bei den SOS Kinderdörfern dabei. Wir haben das mit dem Ehrenamt daheim gelernt – wir waren 15 Kinder und da war es wurscht, wenn jemand noch drei Kinder zum Essen mitgebracht hat.

In diesen mehr als 50 Jahren Ehrenamtsarbeit – was war stets der größte Beweggrund?

Beschäftigung. Abwechslung. Das hat mir gefallen.

Eine Besonderheit in all den Jahren …

… war die Turnhalle, ich hab für 200 Leute alleine Frühstück für Flüchtlinge hergerichtet. Das war für acht Wochen 2015 in Neuötting. Der Bürgermeister hat mir etwas geholfen. Ich wollte halt nicht Mittag oder am Abend helfen, weil mir der Tag sonst so zerrissen vorgekommen wäre.

Wie war das bei der AWO?

Bei der AWO hab ich vor 18 Jahren auch mit dem Frühstück angefangen. Darüber hatte die Schulkollegin von meinem jüngsten Sohn in der Zeitung geschrieben. Da bin ich gekommen und hab gesagt, ich hätt’ schon ein paar Ideen. Beim Frühstück waren wir anfangs mehr Helfer als Gäste und mit dem Stricken ist es auch losgegangen.

Was gefällt an der ehrenamtlichen Arbeit?

Was schön ist – einen Haufen Leute treffen. Ich hab wirkliche Freunde kennen gelernt, die auch mir privat helfen, wenn ich es mal nötig habe. 

War immer alles gut in 50 Jahren Ehrenamt?

Naja, es gab mal Streitereien. Man wird auch mal von Gästen blöd angeredet. Aber aufhören möchte ich nicht, Streitereien mag ich nicht, man kann sich verändern, andere Sachen machen. Dann ist wieder alles gut.

Ehrenamtlich gibt es nicht genug…

… ich hätte es schon ein paar Mal bei Bekannten probiert, aber ich kann es manchen nicht schmackhaft machen. Beispielsweise sagt eine Nachbarin, sie kann es nicht, sie mag es nicht. Man muss ja nicht den Leuten Deutsch beibringen, man kann ja was anderes machen, statt zu jammern, dass einem langweilig ist. Dann muss man doch erst recht unter Leute gehen.

Warum wollen manche nicht?

Vielleicht die Angst, dass sie jemand blöd anredet, weil sie mit Ausländern umgeht.

Wie hält man Helfer im Ehrenamt?

Mit gutem Beispiel vorangehen!

Generationenfrühstück

Das Generationenfrühstück - jeden Dienstag bei uns im Mehrgenerationenhaus um 9 Uhr (außerhalb der Schulferien). Nächster Termin: Dienstag, 20.01. 2026. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem Flyer. (PDF)

 

Patenschaftsprogramm - Menschen stärken Menschen

Aktuelle Informationen zu dem Patenschaftsprogramm der AWO entnehmen Sie bitte dem Flyer. (PDF)

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